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In Bern hat Einstein die Relativitätstheorie entdeckt, Goethe fand die Stadt wundervoll und hier wurde Toblerone erfunden. Braucht es noch mehr Gründe, um mal vorbeizuschauen? Nun gut: Bern ist von Deutschland aus bestens zu erreichen, nicht einmal zwei Stunden braucht der Zug von Freiburg aus.
Umarmt von der Aare, liegt Berns Altstadt auf einer Art Insel (…). Die mittelalterliche Struktur der Stadt ist noch erhalten – Kopfsteinpflaster, helle Sandsteingebäude, mit kunstvollen Figuren geschmückte alte Brunnen, alles heil und in Bestform. Aus Kriegen haben die Schweizer sich ja lieber herausgehalten. Die Unesco hat den 1a-Zustand von Berns Historie honoriert und gleich die gesamte Altstadt zum Weltkulturerbe ernannt…
Und auch die Stadtgründer haben schon vorausschauend das Wohl von Bürgern und Besuchern im Blick gehabt und die Altstadthäuser mit sogenannten Lauben ausgestattet – überdachte Gehsteige quasi. Aneinandergereiht, fügen sie sich zu den Berner Arkaden, zu einer der längsten überdachten Einkaufsstraßen der Welt.
Mehr als 100 alte Brunnen sind in der ganzen Stadt erhalten. Ein besonders eindrucksvolles Mahnmal mittelalterlicher, schwarzer Pädagogik ist der Kindlifresserbrunnen. Auf Schwyzerdütsch klingt das fast niedlich, etwas gruselig ist es aber schon, wie sich die Brunnenfigur gerade ein nacktes Kleinkind zwischen die Kiemen schiebt.
Besondere Sehenswürdigkeiten sind die Zytglogge, der Zeitglockenturm mit astronomischer Uhr und Glockenspiel, und der Bundesplatz – der zentrale Platz, an dem Regierung und Parlament tagen, aber auch die Schweizerische Nationalbank ihren Hauptsitz hat.

Das Münster ist mit 100 Metern die höchste Kirche der Schweiz. 344 Stufen geht es die Wendeltreppe hoch. Anstrengend, aber es lohnt sich – bei klarer Sicht kann man herrlich über die Stadt und auf die Alpen schauen. Das Hauptportal der Kirche zeigt das Jüngste Gericht. Bei dem bedauernswerten Kameraden im blauen Dress, der gerade von einem Dämon angeknabbert wird, soll es sich übrigens um einen Beamten aus Zürich handeln.
Der Bärengraben am Ende der Nydeggbrücke heißt nur noch so. 2009 sind die Bären, das Wappentier der Stadt Bern, in ein größeres Gehege umgezogen. Im neuen Bärenpark leben die Tiere nun auf einem Hang mit Flussblick – was den Besuchern wiederum beste Sicht auf die Tiere verschafft. Gleich oberhalb liegt der Rosengarten: ein wirklich schöner Park mit tollem Ausblick, doch wer es einsam mag, ist hier falsch.

Jetzt noch in die Matte – früher war das Viertel Armeleute-Quartier und Rotlichtmilieu. Gangs haben hier einst eine eigene Geheimsprache erfunden:Mattenenglisch. Silben umstellen und i’s und e’s ergänzen, so einfach geht das. Heute ist das Mattenquartier gentrifizierter Lebensraum von Berns Kreativen und Hipstern.

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